URNER WIRTSCHAFT

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Der Bau des Stausees in der Göscheneralp

Nach dem Scheitern des grossen Urseren-Stauseeprojekts mussten die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) nach einer anderen Möglichkeit zur Stromerzeugung suchen. Diese fanden sie im benachbarten Göscheneralptal. Das neue Projekt sah vor, die Göschenerreuss zwischen der Göscheneralp und Göschenen sowie zusätzlich Wasser der Gotthardreuss zu nutzen. Damit genügend Wasser für die Stromproduktion im Winter zur Verfügung stand, sollte das Sommerwasser in einem Stausee gespeichert werden.

Bereits im Januar 1951 informierte Clemens Dahinden, Direktor des Elektrizitätswerks Altdorf (EWA), die Bevölkerung über die weitreichenden Folgen des Vorhabens. Die Göscheneralp sollte unter Wasser gesetzt und ihre Bevölkerung umgesiedelt werden. Betroffen waren 61 Haushaltungen mit rund 70 Personen. Auch die Kaplanei mit Kirche und Schulhaus, die Wirtschaft Göscheneralp und das Hotel Dammagletscher mussten dem Stausee weichen.



Gegen das Projekt formierte sich deshalb Widerstand. Ein Aktionskomitee organisierte Konsultativabstimmungen, verfasste Eingaben und Resolutionen und setzte sich in den Urner Zeitungen für die Bergbauern ein. Die Proteste konnten das Vorhaben jedoch nicht verhindern. Einen Wendepunkt brachte das schwere Lawinenunglück vom 20. Januar 1952: Eine Lawine beschädigte 14 Gebäude und begrub mehr als hundert Tiere. Danach waren einige der betroffenen Bewohner bereit, das Angebot zur Aussiedlung anzunehmen.



Bereits im Frühjahr 1952 begannen die CKW in der Göscheneralp mit dem Bau einer Zufahrtsstrasse und einer Werkseilbahn, obwohl die eigentliche Kraftwerkskonzession noch nicht vorlag. Am 30. Juni 1952 reichten die CKW und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) beim Urner Regierungsrat gemeinsam das Konzessionsgesuch ein. Als Gegenleistung boten sie dem finanzschwachen Kanton eine einmalige Abfindung von zwei Millionen Franken an. Das Gesuch löste eine grundlegende Debatte über die Urner Energiepolitik aus. Der Altdorfer Landrat Alex Christen verlangte mit sechs Ratskollegen, die bisherigen Wasserkraftkonzessionen und die daraus erzielten Einnahmen offenzulegen. Zudem sollte geprüft werden, ob der Kanton Uri das Kraftwerk gemeinsam mit den SBB bauen und betreiben könnte. Christen wollte verhindern, dass die Urner Wasserkräfte weiterhin gegen vergleichsweise geringe Entschädigungen ausserkantonalen Unternehmen überlassen wurden. Da ihn die Antwort des Regierungsrates vom März 1953 nicht befriedigte, gründete Christen im Sommer 1953 das parteiübergreifende «Komitee für eine neue Urner Energiepolitik». Dieses verlangte im September ein Drei-Punkte-Programm: Der Kanton sollte sich an allen grösseren Kraftwerken und am produzierten Strom beteiligen sowie in deren Verwaltungsräten vertreten sein. Weil die Regierung auf diese Forderungen nicht eintrat, lancierte das Komitee eine Volksinitiative. Diese kam innerhalb von zwei Monaten mit der damals ausserordentlich hohen Zahl von 1’403 Unterschriften zustande.
Der anschliessende Abstimmungskampf wurde mit grosser Härte geführt. Die Elektrizitätswirtschaft drohte mit einem Verzicht auf das Projekt und warnte vor einer ungenügenden Stromversorgung. Das Initiativkomitee hielt dagegen, dass es damals kaum eine Alternative zur Wasserkraft gab und Uri dank seines Wasserreichtums über eine starke Verhandlungsposition verfügte. Unter diesem Druck lenkten CKW und SBB im September 1954 ein. Der Kanton Uri erhielt eine Beteiligung von zehn Prozent am Aktienkapital der Kraftwerke Göschenen AG; die CKW übernahmen fünfzig und die SBB vierzig Prozent. Die Konzession wurde bis 2043 erteilt und erlaubte die Speicherung der Gewässer des Göscheneralptals in einem Stausee mit 75 Millionen Kubikmetern Nutzinhalt.
Am 13. März 1955 stimmten die Urner Stimmbürger mit 4’416 gegen 478 Stimmen der Beteiligung des Kantons an den Kraftwerken Göschenen und Wassen sowie am Elektrizitätswerk Altdorf zu. Am 1. Mai 1955 wurde zudem eine Änderung der Kantonsverfassung angenommen. Seither sollte der Kanton Konzessionen für die Nutzung seiner Wasserkräfte grundsätzlich nur noch erteilen, wenn er sich am betreffenden Unternehmen beteiligen und im Verwaltungsrat vertreten sein konnte. Am 22. September 1955 genehmigte der Landrat das Konzessionsbegehren von CKW und SBB einstimmig. Damit endete der jahrelange politische Kampf um eine stärkere Beteiligung Uris an der Nutzung seiner Wasserkräfte.



Die Kraftwerke Göschenen AG war bereits am 16. Februar 1955 gegründet worden. Am 14. Juni 1955 begann der eigentliche Grossbaustellenbetrieb in der Göscheneralp. Das Vorhaben entwickelte sich zur grössten Baustelle in Uri seit dem Bau der Gotthardbahn. Allein das mit dem Dammbau beauftragte Konsortium setzte 24 Bagger, 24 Raupentraktoren und 80 schwere Transportfahrzeuge ein, die täglich rund 25’000 Liter Dieselöl verbrauchten. Im Sommer 1959 arbeiteten durchschnittlich etwa 1’300 Menschen auf den verschiedenen Bauplätzen; rund siebzig Prozent von ihnen waren ausländische Arbeitskräfte. Für sie entstand in der Göscheneralp ein eigenes Barackendorf mit Geschäften und Gaststätten.
Das bedeutendste Bauwerk der Anlage war der gewaltige Erddamm. Er besitzt ein Volumen von 9,5 Millionen Kubikmetern, ist an seiner Basis rund 700 Meter breit und weist eine 540 Meter lange sowie elf Meter breite Krone auf. Sein Kern besteht aus Sand und Kies, vermischt mit Opalinuston aus dem Jura. Für die Filter- und Übergangsschichten verwendete man vorwiegend Gestein aus der näheren Umgebung. Hinter dem Damm entstand der Göscheneralpsee mit einem Nutzinhalt von 75 Millionen Kubikmetern.
Mit der Inbetriebnahme und Einweihung des Kraftwerks im Jahr 1963 war eines der grössten schweizerischen Wasserkraftprojekte seiner Zeit vollendet. Der Bau bedeutete für die Bewohner der Göscheneralp den Verlust ihrer bisherigen Heimat, brachte dem Kanton Uri aber gleichzeitig eine neue energiepolitische Ordnung. Fortan sollte Uri seine Wasserkräfte nicht mehr lediglich gegen Konzessionsgebühren überlassen, sondern als Miteigentümer unmittelbar an deren wirtschaftlicher Nutzung beteiligt werden.


   
Literatur, Fotos: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 255-260. Fotos Bau: ETH-Bibliothek Ans_09685 und Ans_09652; Aufnahme Dorf Göscheneralp Slg Bilddokumente: FAA 126.05-BI-36801; Foto Stausee: Rolf Gisler-Jauch.

EREIGNISSE BEI DER PLANUNG DES GROSSKRAFTWERKES URSERN

 / Montag, 1. Oktober 1945
Das Hotel Sonne wird dem Stauseesyndikat verkauft
Das Hotel Sonne wird dem Syndikat verkauft, das dort unverzüglich sein Baubüro einrichtet. Wenig später wird zudem bekannt, dass das Hotel Monopol, drei weitere Hotels sowie zwei Privathäuser in den Händen des Studiensyndikats sind. Jetzt regt sich der Widerstand in Urseren gegen das Stauseeprojekt erst recht.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 252.
  
1920  / Samstag, 10. Januar 1920
Erste Zeitungsmeldungen betreffend einen Stausee in Ursern
Erste Zeitungsmeldungen betreffend einen Stausee in Ursern.
Quellen: UW 2,26,27,28/1920; mehrere Artikel
  
1941  / Sonntag, 12. Oktober 1941
Extra-Talgemiende gegen Stauseeprojekt
Eine ausserordentliche Talgemeinde findet auf dem Schlüsselplatz in Andermatt statt. Regierungsrat Karl Furrer aus Hospental versichert den zahlreich erschienenen Urschner Bürgern, dass die Urner Regierung geschlossen hinter dem Volk von Urseren stehe und es in seinem Abwehrkampf vorbehaltlos unterstütze.
Quellen: UW 82, 18.10.1941
  
1942  / Sonntag, 1. Februar 1942
Gegen Schaffung der Grosskraftwerke Rheinwald und Ursern
Die in Bern am versammelten Vertreter sämtlicher kantonaler Naturschutz-Kommissionen sprechen sich einstimmig gegen den Bau der Grosskraftwerke in Rheinwald und Ursern aus.
Ebenfalls im Februar wird eine Delegation des Urner Regierungsrates und der Korporation Urseren von den Bundesräten Celio und Kobelt empfangen. Diese versichern den Urnern, dass «auf mindestens zehn Jahre hinaus ein Stauwerk und die Unterwassersetzung des Urserentales nicht in Frage kommen könne». Erleichtert reisen die Urner zurück.

Quellen: UW 10, 7.2.1942; Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 251.
  
1942  / Mittwoch, 15. April 1942
Bundesrat krebst beim Stauseeprojekt zurück
Der Bundesrat gibt dem Studiensyndikat die Bewilligung, «alle Handlungen im Gelände vorzunehmen, die zur Vorbereitung des Grossakkumulierwerkes Andermatt notwendig sind. Der bundesrätliche Entscheid ruft in Urseren riesige Empörung hervor. Flugblätter werden verteilt, welche die Urschner Bevölkerung zum Widerstand aufrufen, und ausserordentliche Gemeindeversammlungen bekräftigten einmal mehr die schon 1941 an der ausserordentlichen Talgemeinde gefasste Parole: «Wir verhandeln nicht! Wir verkaufen nicht! Wir gehen nicht!»
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 251.
  
1942  / Dienstag, 15. Dezember 1942
Brief bringt Gemüter der Urschner in Wallung
Nach einer eher ruhigen Phase bringt Mitte Dezember ein Brief die Gemüter der Urschner wieder gewaltig in Wallung. Darin teilt Karl Josef Fetz, Ingenieur und Beauftragter des Studiensyndikats, der Korporation Urseren mit, dass er damit beauftragt worden sei, einen Bericht über die landwirtschaftlichen Verhältnisse im Tal zu erstellen. Dies bedeutete der erste Schritt für einen Aufkauf von Land und die Aussiedlung der Bauernbetriebe. Der Korporationsrat war empört und lehnte jede Zusammenarbeit mit dem Studiensyndikat kategorisch ab. Im Gegenteil: Gemeinsam mit dem Komitee für die Stauseebekämpfung organisiert er eine Volksabstimmung. Vertrauensleute befragten sämtliche Bürger, was sie vom Projekt hielten. Das Resultat ist überwältigend: Von 1124 Stimmberechtigten sprechen sich 1088 schriftlich gegen den Stausee aus. Befürworter gibt es keine. Und nur 36 der Befragten schicken die Stimmzettel leer zurück.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 250.
  
1945  / Sonntag, 15. Juli 1945
Studiensyndikat lässt sich durch Volksmeinung nicht entmutigen
Von dem klaren Volksentscheid der Bevölkerung von Ursern lässt sich das Studiensyndikat überhaupt nicht entmutigen. Im Sommer 1945 stelIt es das Projekt der Öffentlichkeit vor. Für Urseren ein harter Schlag.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 252.
  
1945  / Samstag, 15. September 1945
Bund will bei den Kraftwerken mitreden
Der Bundesrat schlägt im September die Teilrevision des «Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte vor. Es sollen künftig bei einem Kraftwerk von mindesten hundert Millionen Kilowattstunden nicht mehr die Kantone, sondern der Bundesrat allein die Konzession erteilen. Uri, das bislang allein für die Konzessionserteilung in Urseren zuständig war, sollte dieses Recht verlieren - und das Kraftwerk endlich gebaut werden. Zur gleichen Zeit steuerten die Auseinandersetzungen in Urseren dem Höhepunkt zu. Diese wurden auf zwei Ebenen ausgetragen: zum einen auf einer staatlich-gesetzlichen Ebene und zum anderen auf jener des Volksrechts, des Volkszorns.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 252.
  
1946  / Dienstag, 19. Februar 1946
Andermattner stürmen Planungsbüro
Am gleichen Abend, an dem Ingenieur Karl Fetz vertrieben wird, wird auch das Büro des Architekten Fred Ramseyer gestürmt, das mit der Ausarbeitung der Pläne für Neu-Andermatt beauftragt ist. Während sich der Architekt rechtzeitig in Sicherheit bringen kann, werden seine Pläne und alle technischen Einrichtungen von der tobenden Menge vollständig vernichtet. Diese Vorfälle machen in den Schweizer Medien als «Krawall von Andermatt» Schlagzeilen
Quellen: Gotthard-Post, 23.02.1946.; Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 250.
  
1946  / Dienstag, 19. Februar 1946
Ausschreitungen gegen Ingenieur Fetz
Am Abend kommt es Ausschreitungen gegen Ingenieur Karl Fetz. Vor dem Hotel Sonne fordert eine grölende Volksmenge den Hauptverantwortlichen für die Landkäufe auf, das Tal unverzüglich zu verlassen. Während eilends herbeigerufene Behördenvertreter die aufgebrachte Masse zu beruhigen versuchen, dringen einige ins Hotel ein, packen den Ingenieur am Kragen und werfen ihn unsanft aus dem Haus. Rund 300 Personen begleiten daraufhin pfeifend und johlend den verängstigten Karl Fetz, nicht ohne ihn dazwischen immer wieder mit Schuhen und Fäusten zu traktieren, wobei sich «auch die holde Weiblichkeit sich nicht scheute, wacker mitzumachen». Auch auf seinem Marsch durch die Schöllenen dringen die Andermatter immer wieder auf den Wehrlosen ein, «sodass er in völlig zerfetzten Kleidern und mit Verletzungen am ganzen Körper halb ohnmächtig in Göschenen eintraf, wo ihm auf dem Polizeiposten die erste Hilfe zuteil wurde».
Quellen: Gotthard-Post, 23.02.1946.; Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 250.
  
1946  / Donnerstag, 7. März 1946
Regierungsrat ruft zur Besonnenheit auf
Nach den Vorfällen in Andermatt appelliert im Urner Amtsblatt der Urner Regierungsrat in einem Aufruf an die Bevölkerung von Urseren zur «Besonnenheit und Ruhe» und verspricht ihr, nie einer Konzession zuzustimmen, «die für das Ursnervolk zwangsläufig den Verlust der Heimat bedeuten würde». Gleichzeitig verbietet er aber auch dem Studiensyndikat ausdrücklich weitere Landkäufe.
Das Bundesgericht stützt den Entscheid des Urner Regierungsrates, wonach die Landkäufe nicht rechtens waren, und zwar mit der Begründung, es sei bis zu jenem Tag ja noch gar kein Konzessionsgesuch für das Kraftwerk eingereicht worden.

Quellen: Abl UR Nr. 010, 07.03.1946.
  
1946  / Freitag, 31. Mai 1946
Konzessionsgesuch für Kraftwerkprojekt wird eingereicht
Das Syndikat reicht das Konzessionsgesuch für ein Kraftwerk Ursern ein. Die Reaktion im Urserental war nicht weniger entschlossen. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, gegen die öffentliche Planauflage mit folgender Begründung Einspruch zu erheben: «Verlust der Heimat, der wirtschaftlichen Existenz, von Grund und Boden und schliesslich des Bürger- und Wohnrechts». Diesem Aufruf folgen nicht weniger als 540 Einwohner des Urserentals.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 254.
  
1946  / Montag, 1. Juli 1946
Broschüre gegen das Stauseeprojekt erscheint
Eine ausserordentliche Talgemeinde hatt im Oktober 1945 beschlossen, eine Broschüre unter dem Titel «Die Talschaft Ursern wehrt sich gegen das geplante Stausee-Projekt» auszugeben . Die Schrift erscheint und wird in der ganzen Schweiz verteilt.
Im ganzen Land werden Versammlungen organisiert, wo die Urschner ihr Anliegen leidenschaftlich vortragen und meist auf grosse Sympathie stossen. Gleichzeitig werden von Ursern aus jeden Monat 300 Schweizer Zeitungen mit Artikeln bedient, welche geschickt um Unterstützung im Kampf gegen das gigantische Projekt werben.

Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 250.
  
1946  / Montag, 1. Juli 1946
Studiensyndikat lobt Stauseeprojekt in den höchsten Tönen
In einer im Juli 1946 publizierten Broschüre preist das Studiensyndikat einmal mehr das geplante Werk in den höchsten Tönen: «Wenn nach Vollendung des Werkes die Menschen aus aller Welt auf der Gotthardstrasse oder mit der Schöllenenbahn ins Urserental hinaufströmen und beim Austritt aus dem letzten Tunnel plötzlich vom Bergsee überrascht werden, in dem sich die Berge ringsum spiegeln, so wird es sicher keinen geben, der nicht ergriffen von der Wucht der Eindrücke, dem Volke, das solches ermöglichen half, laut oder still dankt, und es werden sich dann auch diejenigen, die heute noch Gegner sind, mit dem ausgeführten Projekt aussöhnen. Und wenn schon ein Denkmal gesetzt werden soll, so dürfte der Gedenkstein zu Ehren der Talleute von Urseren errichtet werden und den späteren Geschlechtern verkünden, dass hier einmal ein Volk wohnte, das dem Land ein grosses Opfer dar gebracht hat.»

Diese blumige Sprache kontert der Korporationsrat auf seine Art: «Und wenn schon ein Denkmal gesetzt werden soll, so dürfte der Gedenkstein zu Ehren der Talleute von Urseren errichtet werden und den späte ren Geschlechtern verkünden, dass hier ein Volk wohnt, das in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts allen Ver führungskünsten der Macht und des Kapitals trotzte und die angestammte Heimat unversehrt der Nachkommen schaft bewahrt hat.»

Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 254.
  
1946  / Montag, 1. Juli 1946
Studiensyndikat für den Stausee kauft zwei Liegenschaften
Dem Studiensyndikat für den Stausee in Ursern gelingt es, zwei landwirtschaftliche Liegenschaften aufzukaufen. Doch die Urner Landwirtschaftsdirektion und der Gesamtregierungsrat verweigern die erforderliche Genehmigung. Dies wieder lässt sich das Syndikat nicht gefallen und appelliert mit einer staatsrechtlichen Beschwerde an das Bundesgericht.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 250.
  
1950  / Donnerstag, 1. Juni 1950
Urner Regierungsrat leitet Konzessionsgesuch an den Landrat
Der Urner Regierungsrat stellt dem Landrat die «Botschaft betreffend das Konzessionsgesuch Grosskraftwerk Ursern» zu. Darin kam er zum Schluss, dass der Landrat «auf keinen Fall und unter keinen Umständen ein Ja zum vorliegenden Konzessionsgesuch geben kann, solange dieses Nein der Ursner besteht».
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 255.
  
1951  / Samstag, 30. Juni 1951
Syndikat zieht Konzessionsgesuch für Stausee zurück
Das Syndikat kommt dem Landrat zuvor: Es teilt in einem Schreiben der Urner Regierung mit, auf die Konzession in Urseren zu verzichten.
Quellen: Fryberg Stefan, Uri und seine Wasser, S. 255.
  

 
ENERGIE IN URI

Übersicht

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Erdöl
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Industrie und Gewerbe
Verkehr
Tourismus
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Energie vor der Industrialisierung
Entwicklung der Elektrizität
Grosskraftwerk Ursern
Grosskraftwerk Göscheneralp
Biomassekraftwerk Altdorf
Kraftwerke, Übersicht
Kraftwerke, Einzeln
Bäche mit Wasserfassungen
Firmen

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / letzte Aktualisierung: 15.08.2026