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Uri

Vor allem grüne und bunte Spechte

Die Spechte (Picidae) sind eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Spechtvögel (Piciformes). Diese Vogelfamilie enthält 28 Gattungen und mehr als 200 Arten. Spechte sind weltweit verbreitet, sofern dort auch Bäume wachsen. Die zwei häufigsten Arten sind in Uri der Bunt- und der Grünspecht. Weitere … Arten sind relativ selten.
Die Spezialität der Vögel ist der Meissschnabel, der fast so lang wie der Kopf ist. Ein Specht kann bis zu 20 Schläge pro Sekunde ausführen. Jeder Schlag ist vergleichbar mit einem Aufprall des Schnabels mit 25 km/h gegen eine Wand. Trotzdem bekommt der Specht keine Kopfschmerzen. Zum einen ist das Gehirn der Spechte von besonders wenig Gehirnflüssigkeit umgeben und sitzt relativ starr im Schädel. Der Schädel weist spezielle Anpassungen auf, die dazu dienen, Erschütterungen zu dämpfen (federnde Verbindung zwischen Schnabel und Hirnschädel). Der Schädel ist zudem von auffallend starken Muskeln umgeben, die als Stossdämpfer dienen. Die Klopfbewegung wird extrem geradlinig ausgeführt, Hals und Kopf zueinander starr. Die dünne, platte und hornige Zunge ist weit vorstreckbar und besitzt kurze Widerhaken am Ende.
Die Spechte bewegen sich fast nur kletternd, hüpfen ungeschickt auf dem Boden und fliegen ungern weite Strecken.

   
Literatur: www.wikipedia.de; www.vogelwarte.ch; www.fauna-uri.ch (2019)

Buntspecht



Familie: Spechte
Lateinischer Name: Dendrocopos major
Urner Dialekt: Rotschpächt
Merkmale: schwarz-weisses Gefieder; roter Fleck am Hinterkopf (M)
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: geschützt
     
Der 23 cm grosse Buntspecht hat eine Flügelspannweite zwischen 34 und 39 cm und ist 60-90 g schwer. Sein Gefieder ist schwar-zweiss gefärbt, lediglich am Stiess sind seine Federn leuchtend rot. Männchen haben zudem einen roten Fleck am Hinterkopf und Jungvögel eine rote Kappe.

Der Vogel des Jahres aus dem Jahr 2016 lebt in Wäldern und Gärten, sowie in baumreichen Kulturland. Da er nicht wie die meisten Vögel Nester baut, sondern Löcher in Bäume gräbt, ist er auf grosse, alte Bäume angewiesen. Dafür suchen sie sich einen Stamm oder einen Ast der von innen her faul ist. Zuerst müssen sie sich allerdings durch das gesunde Holz durcharbeiten. Dies geschieht mit kräftigen Schlägen des Schnabels gegen die Rinde und lösen so Span um Span von dem Baum. Dies wird durch seinen Schnabel, der so gebaut ist, dass die Kraft des Schlages abgefangen wird, ermöglicht. Ausserdem ist die Knochenhülle des Gehirns stärker als bei anderen Vögeln und zwischen dem Schnabel und dem Schädel befindet sich so etwas wie ein Stossdämpfer. Der „Nestbau“ geschieht allerdings nicht auf einmal, denn der Buntspecht arbeitet jeweils lediglich ein paar Stunden am Tag. Männchen und Weibchen wechseln sich dabei ab, so ist nach 1-3 Wochen die Höhle schliesslich einzugsbereit und die Eier können abgelegt werden. Die Brutzeit beginnt im April und geht bis in den Juli hinein. Während 11-13 Tagen werden die 4-7 gelegten Eier ausgebrütet und nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel während den ersten 20-24 Tagen im Nest. Auch auf Nahrungssuche trommelt der Buntspecht auf morschem Holz herum um es zu zerkleinern und Insektenlarven mit seiner harpunenartigen Zunge herauszuziehen. Zudem er sich von Insekten und insbesondere im Herbst und im Winter stehen auch Früchte und Samen auf seinem Speisezettel.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Quellen, Literatur: www.birdlife.ch; www.nabu.de; https://de.wikipedia.org/wiki/Buntspecht; www.vogelwarte.ch (2019); Foto (Buntspecht im Huon): Rolf Gisler-Jauch.

        

Grünspecht



Familie: Spechte
Lateinischer Name: Picus viridis
Urner Dialekt: Griänspächt
Merkmale: hellgrün, Oberkopf und Nacken rot
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: geschützt
     
Länge: bis zu 31 Zentimeter; Flügelspannweite: bis 52 Zentimetern;

Farben: Oberseite dunkelgrün; die Unterseite blass hell- bis graugrün gefärbt; am Kopf an der Seite schwarze Gesichtsmaske (vom Schnabel bis hinter die Augen); Oberkopf und Nacken rot; Bürzel grüngelb; Ohrgegend, Kinn und Kehle weisslich; Flügel braunschwarz, gelblich oder bräunlichweiss gefleckt; Steuerfedern auf grüngrauem Grund schwärzlich gebändert; Gesang: lautes Lachen („klü-klü-klü“); Trommeln;

Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Wangenfleck rot mit einem schwarzen Rand (M); Wangenfleck einfarbig schwarz (W); gleiche Grösse;

Aktivität: tagaktiv; kann über Wochen täglich die gleichen Routen abfliegen und an denselben Plätzen seine Nahrung suchen;

Ernährung: sucht seine Nahrung vor allem auf dem Boden (Ameisen), hackt weniger an Bäumen als der Buntspecht; Leitungsmasten (Fliegen, Mücken und Spinnen).

Jungvogel: Bruthöhlen in Bäumen; Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr; Weibchen legt fünf bis acht reinweisse Eier (Anfang April bis Mitte Mai); Brutdauer 14 bis 17 Tage; Entwicklung von 23 bis 27 Tagen; Auslug (Juni bis Juli);

Foto: (Grünspecht im Huon): Rolf Gisler-Jauch.

        

WEITERE SPECHTE UND EIN WENDEHALS

Dreizehenspecht
Familie: Spechte
Lateinischer Name: Picoides tridactylus
Merkmale: schwarz-weisses Gefieder; gelber Scheitel (M), silbergrauer Scheitel (W)
Standorte, Zugverhalten: Standvogel; Urnerseeufer und Reusstal
Jagd: geschützt
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Kleinspecht
Familie: Spechte
Lateinischer Name: Dendrocopos minor
Merkmale: schwarz-weiss, Unterseite ohne rot; roter Kamm (M), weisser Kamm (W)
Standorte, Zugverhalten: Standvogel; selten; unteres Urnerseeufer
Jagd: geschützt
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Mittelspecht
Familie: Spechte
Lateinischer Name: Dendrocopos medius
Merkmale: schwarz-weiss; grosser, roter Scheitel; trommelt selten
Standorte, Zugverhalten: lebt nur in Eichenwälder; sehr selten in Uri
Jagd: geschützt
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Schwarzspecht
Familie: Spechte
Lateinischer Name: Dryocopus martius
Merkmale: krähengross, einheitliches schwarzes Gefieder, roter Scheitel
Standorte, Zugverhalten: Standvogel; Urnerseeufer und Reusstal
Jagd: geschützt
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Wendehals
Familie: Spechte
Lateinischer Name: Jynx torquilla
Merkmale: spatzengross; grau-braunes Tarngefieder
Standorte, Zugverhalten: wärmeliebend, überwintert vorwiegend in der Sahelzone
Jagd: geschützt
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SAGEN- UND MÄRCHENHAFTES ZU SPECHTEN

Totenvögel
Beim Einnachten hörte man die Eule in den Wäldern und Baumgärten. Die «Wigglä» (Eule) war der landläufige Kinderschreck. Wenn Kinder nach dem Betzeitläuten noch ausser Haus waren, drohten die Eltern mit dem «Nachthüüri» (Eule).
Die «Wigglä», der Wald- oder Steinkauz, die Elster und der Specht galten als Totenvögel. Die Ansicht, dass die Eule oder der Kauz mit ihrem Ruf den baldigen Tod eines Menschen ankündigte, war überall verbreitet. Der Kranke hörte den Totenvogel nicht, nur seine Angehörigen. Wenn sie nahe ans Haus herankam, galt dies als Zeichen, dass bald jemand starb. Man begegnete ihr darum mit grossem Respekt. Ihren Ruf hörte man ungern, war er doch Unheilverkündend.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 168. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 144; Muheim-Büeler Josef, Domus, S. 265.

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SPECHTIGE EREIGNISSE

Die Urner Spechte schafften es bisher noch nicht in die Schlagzeilen!

 
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Greifvögel
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VÖGEL IN URI

Vögel, die gemäss Liste von www.fauna-uri.ch in Uri nachgewiesen werden konnten.

VOGELINFORMATIONEN

Auf der Webseite der Vogelwarte Sempach finden sich alle Angaben zu den einzelnen Vögeln.
> www.vogelwarte.ch

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 23.10.2019