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Alli myyni Äntli schwimmed uf em See ...

Die Familie der Entenvögel (Anatidae) ist die artenreichste aus der Ordnung der Gänsevögel (Anseriformes). Sie umfasst weltweit rund 150 Arten. Zu ihnen zählen die Enten, Gänse und Schwäne. Fünf Arten wurden domestiziert. Entenvögel werden wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Federn gejagt und gehalten.
Sprachlich bezeichnen die Begriffe Ente den weiblichen und Erpel oder Enterich den männlichen Vogel. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist das farbigere Prachtkleid der männlichen Entenvögel. Bei den Enten ist somit der Enterich der Pfau.
Alle Entenvögel sind mehr oder weniger stark an ein Leben auf und am Wasser angepasst. Ihr langer, breiter Körper gibt ihnen beim Schwimmen Auftrieb, die Füsse sind mit Schwimmhäuten versehen und setzen weit hinten am Körper an. Dadurch wirkt der Gang an Land etwas ungeschickt (Entengang).
Die meisten Enten geben sich sehr modisch und wechseln jährlich bis zu dreimal ihr Federkleid, wobei sich vor allem die Erpel bei den Enten durch ihr Äusseres beeindrucken wollen. Federn machen Enten! Das Prunkstück in der Garderobe des Enterichs ist das Balzkleid, danach mausert er sich in ein meistens gut tarnendes Schlichtkleid. Im Herbst wir das Kleid zum Teil nochmals gewechselt.

Die Entenvögel haben ihren Platz in Märchen («Die Goldene Gans»), Sagen (jedoch keine Urner Sagen) und Comics (Donald Duck) erhalten.

Andere Namen (Enten): Erpel, Enterich (M), Ente (W).

   
Literatur: Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki (2019).

Stockente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas platyrhynchos
Andere Namen: Wildente (Gastronomie, Jägersprache).
Urner Dialekt: Äntä

Merkmale: grünmetallischer Kopf und gelber Schnabel, weisser Halsring (M); hellbraun mit orangenem Schnabel (W).
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd;
Abschussprämie: keine.

     
Die Stockente ist die grösste und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas und die Stammform der Hausente. Ihre Häufigkeit ist darauf zurückzuführen, dass sie sowohl bei der Wahl ihrer Brutplätze als auch ihrer Aufenthaltsorte wenig anspruchsvoll sind, sofern irgendeine Art von Gewässer vorhanden ist. Die heutige Bezeichnung Stockente kann als Hinweis auf ihre Brutplätze verstanden werden (auf Stock gesetzte Weiden, Weidengebüsch oder Reisighaufen).
Stockenten werden bis zu 58 Zentimeter lang, ihre Flügelspannweite beträgt bis zu 95 Zentimeter. Das Männchen trägt im Zeitraum zwischen Juli und August sein Schlichtkleid und sieht dabei dem Weibchen zum Verwechseln ähnlich. Lediglich anhand der Schnabelfärbung lässt sich in dieser Zeit das Geschlecht bestimmen, denn der Schnabel des Männchens ist weiterhin deutlich gelb, wogegen der Schnabel des Weibchens in der Grundfarbe orange aussieht. Das Weibchen hat eine braun-grau gesprenkelte Färbung. Das einzig Auffällige ist der blaue Flügelspiegel, der dem des Männchens entspricht. Im Flug wird bei beiden Geschlechtern die weisse Umrandung des blauen Flügelspiegels sichtbar.
Das Prachtkleid des Erpels ist grau mit brauner Brust, bräunlichem Rücken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch grün mit weissem Halsring und gelbem Schnabel. Der Kop kann im Sonnenlicht auch blau erscheinen.

Stockenten fetten ihr Federkleid (ca. 10’000 Daunen und Deckfedern) immer ein, so dass kein Wasser durch das Gefieder dringt. Die Ente nimmt das Fett von der Bürzeldrüse am Schwanz mit dem Schnabel auf und streicht es damit ins Gefieder. Auf dem Wasser wird die Ente von Narrenblatt «D’Äntä».

Stockenten neigen grundsätzlich zur Bastardisierung mit anderen Entenarten. Fehlgefärbte Individuen werden deshalb bevorzugt abgeschossen (Altdorfer Narrenblatt «D’Äntä» 1978).

Die Stockente ist eine sehr ruffreudige Ente. Männchen und Weibchen haben dabei unterschiedliche Rufe.
Die Stockente ist in Bezug auf die bevorzugte Nahrung anspruchslos und frisst alles, was sie hinreichend verdauen und ohne grossen Aufwand erlangen kann. Die Nahrung besteht überwiegend aus pflanzlichen Stoffen. Bei der Nahrungssuche unter der Wasseroberfläche tauchen die Stockenten mit dem Kopf ab, schlagen mit den Flügeln auf die Wasseroberfläche und kippen dann vornüber. Diese für Stockenten charakteristische Haltung mit senkrecht aus dem Wasser ragendem Bürzel wird als «gründeln» bezeichnet.
Die Weibchen brüten einmal im Jahr ein Gelege von 7 bis 16 Eiern 25 bis 28 Tage lang aus, wobei sie ab März täglich jeweils ein Ei legen.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki.
Foto: Stockenten (M vorne, W hinten) im Reussdelta (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

        

Reiherente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Aythya fuligula

Merkmale: kurzer Schnabel, auffällig runder Kopf, gelb leuchtendes Auge; am Hinterkopf langer, herabhängender Schopf (M); kurze Holle (W).
Standorte, Zugverhalten: regelmässiger, spärlicher Brutvogel, häufiger Durchzügler und Wintergast
Jagd: Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd;
Abschussprämie: keine

     
Reiherenten weisen eine Körperlänge zwischen 40 und 47 Zentimeter auf. Bei beiden Geschlechtern sind die Steuerfedern mattschwarz, die Handschwingen grau. Weibchen, die zum Brüten eine bessere Tarnung benötigen, haben eine bräunlichere Flanke. Auffällig ist bei beiden Geschlechtern das gelb leuchtende Auge. Männchen haben ein schwarzes Prachtkleid mit auffallend weissen Flanken. Männchen im Schlichtkleid und Weibchen sind dunkelbraun mit leicht aufgehellten Flanken.
Reiherenten sind, von Osten und Norden kommend, im 18. Jahrhundert nach Mitteleuropa eingewandert. Die Reiherente hat im Verlauf des 20. Jahrhunderts ihr Areal dabei nochmals nach Westen ausgedehnt.

Der Lebensraum der Reiherente sind Seen und Fliessgewässer. Die Balz beginnt schon Anfang November. Zum Balzrepertoire gehören Kopfschütteln und Kopfnicken.
Die Reiherente baut Nester häufig auf Schilf. Sie bevorzugen Inseln, errichten Nester aber auch im Moorgras. Nicht selten brüten Reiherenten auch in Kolonien von Möwen und Seeschwalben. Die Reiherente ernährt sich zu ca. 60 Prozent von Muscheln und Schnecken, zu ca. 30 Prozent von anderen Kleintieren und Insekten und zu ca. 10 Prozent von Pflanzen. Reiherenten sind in der Lage, auch nachts Nahrung aufzunehmen.

Bei der Nahrungssuche taucht sie bis zu vier Meter tief. Sie finden ihr Futter auch schnatternd und gründelnd.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki.
Foto: Reiherente (M) im Reussdelta (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

        

Gänsesäger



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Mergus merganser
---
Merkmale: schlanker roter Hakenschnabel; Gefieder ist am Kopf und am Hals glänzend dunkelgrün, am Rumpf weiss (W)
Standorte, Zugverhalten: Durchzüger und Wintergast, der auch im Sommer anzutreffen ist.
Jagd: geschützt
     
Der Gänsesäger ist in Mitteleuropa ein verbreiteter, aber nur wenig häufiger Brut- und Jahresvogel. Im Winterhalbjahr ist die Art als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten.
Gänsesäger sind mit einer Körperlänge von 58 bis 68 cm und einer Flügelspannweite von 78 bis 94 cm deutlich größer als Stockenten. Im Ruhekleid sind beide Geschlechter einander sehr ähnlich. Das Männchen ist im Brutkleid (Spätherbst bis Frühsommer) durch einen schwarzen, teilweise grünlich glänzenden Kopf und Rücken gekennzeichnet. Der Rumpf hat ein weisses Gefieder. Dem männlichen Gänsesäger fehlt die für das Weibchen charakteristische, abstehende Haube; es hat einen kompakten, anliegenden Schopf. Ruhe- und Brutkleid des Weibchens sind einheitlich, mit grauem Rumpf und rotbraun gefärbtem Kopfgefieder.
Gänsesäger sind nicht besonders ruffreudige Vögel.

Die Nahrung der Gänsesäger besteht vor allem aus kleineren Fischen von einer Länge bis zu 10 cm. Die Beute wird optisch lokalisiert: In seichtem Wasser schwimmen die Vögel an der Oberfläche mit dem Kopf unter Wasser, in tiefem Wasser tauchen sie bis zu 10 Meter hinab. Mit ihrem Hakenschnabel und den Sägezähnen können sie die Fische gut festhalten. Ein Gänsesäger frisst täglich etwa 300 g Fisch. Die Brutgebiete befinden sich in Nordeuropa. An den Flüssen am Alpennordrand gibt es einen kleinen Bestand von dort brütenden Gänsesägern. Im Winter ziehen die Gänsesäger zu eisfreien Gewässern, meist grösseren fischreichen Seen. In den südlichen Teilen des Verbreitungsgebiets sind Gänsesäger aber Standvögel oder Strichvögel.
Die Gänsesäger bevorzugen klare, auch schnell fliessende Flüsse (Reuss) mit Kiesgrund, Seen und Küsten mit Baumbestand.
Gänsesäger sind Höhlenbrüter.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki.
Foto: Gänsesäger (M vorne, W hinten) auf der Reuss vor der Mündung in den Urnersee (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

        

Kolbenente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Netta rufina
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Merkmale: orangeroter, buschig dicker Kopf und korallenroter Schnabel, Hals und Unterseite schwarz (M); bräunlich mit weissgrauen Wangen, Schnabel dunkelgrau (W)
Standorte, Zugverhalten: Reussdelta, überwiegend Standvogel
Jagd: geschützt
     
Vor nicht allzu langer Zeit war das Erscheinen der exotisch anmutenden Kolbenente ein seltenes Ereignis, besonders abseits des Bodensees. Die die Bestandszahl ist in den 1990er-Jahren stark angestiegen - auch im Kanton Uri. Ein Hauptgrund dafür ist die Verbesserung der Wasserqualität, von welcher reine Pflanzenfresser wie die Kolbenente besonders profitieren. Heute gilt die Kolbenente jedoch wieder als potentiell gefährdet. Ihr Lebensraum sind Seen und Fliessgewässer. Im Kanton Uri ist die Kolbenente lediglich am Urnersee, besonders im Reussdelta, anzutreffen. Da sie ein Standvogel oder höchstens ein Kurzstreckenzieher ist, verbleibt sie hier das ganze Jahr. Zu erkennen ist sie nicht schwer. Das Männchen hat einen buschigen, orangeroten Kopf mit knallrotem Schnabel. Der Hals und die Unterseite sind schwarz, die Flügel und Rücken sind wiederum ein wenig brauner als der Kopf. Das Weibchen sieht weniger spektakulär aus. Ihr Kleid ist durchaus braun, lediglich die Wangen und wenige der Schwanzfedern sind weiss. Ihr Schnabel ist schwarz. Ein besonderes Merkmal des Männchens sind zusätzlich seine feurig-roten Augen.
Text: Marius Gisler, Altdorf (www.urikon.ch); Literatur: www.vogelwarte.ch; www.wikipedia.de; www.fauna-uri.ch (2020); Foto: Kolbenentenpaar im Urner Reussdelta (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

        

Schellente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Bucephala clangula

Merkmale: Körper schwarz und weiss, am Kopf grünschillernd schwarz (M); grau mit braunem Kopf, weissem Halsband und weissem Flügelspiegel (W).
Standorte, Zugverhalten: Reussdelta; Kurzstreckenzieher.
Jagd:
     
Schellenten verdanken ihren Namen dem pfeifenden und wie ein Klingeln («Schellen») tönenden Fluggeräusch. Interessant ist auch ihr Balzverhalten. Sie treffen sich im Mittwinter und bilden eine Balzgruppe. Die Männchen werfen bei der Balz den Kopf auf den Rücken. Manchmal treten sie dabei mit beiden Beinen gleichzeitig so heftig nach, dass das Wasser spritzt. Danach strecken sie den Hals sehr rasch mit aufwärts gerichtetem Schnabel. Reagiert ein Weibchen auf diese Balzbewegungen, fordert es das Männchen zur Paarung auf. Die beiden Geschlechter sind gut voneinander zu unterscheiden. Das Männchen ist am Körper schwarz und weiss, am Kopf grünschillernd schwarz, mit frankenstückgrossem weissem Fleck zwischen Schnabel und Auge. Das Weibchen dagegen ist grau mit braunem Kopf, weissem Halsband und weissem Flügelspiegel. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und auch Muscheln, sie können aber auch bis acht Meter tief tauchen, um dort ihre Mahlzeiten zu erbeuten (kleine Fische oder Krebstiere). Sie halten sich gerne in Seen auf, aber auch in Fliessgewässer. Das Reussdelta ist somit ein idealer Lebensraum. Es ist auch der einzige Ort, wo Schellenten im Kanton Uri vorkommen. Sie sind Kurzstreckenzieher, meist sind sie nur in den Wintermonaten hier anzutreffen, doch aufgrund des veränderten Klimas kann sich dies auch ein wenig verschieben. Ihr Bestand ist relativ bedroht, die Art findet sich auf der roten Liste wieder und wird als verletzlich eingestuft. Sie brüten bevorzugt in Baum- oder anderen Höhlen.
Text: Marius Gisler, Altdorf (www.urikon.ch); Literatur: www.vogelwarte.ch; www.wikipedia.de; www.fauna-uri.ch (2020).

        

Krickente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas crecca

Merkmale: oben grau mit metallisch glänzendem grünen Augenfleck (M); braun und gelblich gefleckt (W); beide grüne und schwarzer Flügelspiegel; Name hat die Krickente von ihrem Ruf regelmässiger, häufiger Durchzügler und Wintergast
Standorte, Zugverhalten: regelmässiger, häufiger Durchzügler und Wintergast
Jagd: geschützt
     
Die Krickente ist die kleinste Ente Europas, aufgrund dessen ist sie auch die wendigste Ente im Flug. Die Vögel können sich federleicht aus dem Wasser erheben und können nahezu senkrecht auffliegen. Die hellen «Krrik»-Rufe der stimmfreudigen Erpel verhalfen dieser Art zu ihrem deutschen Namen. Die Rufe dienen als Warn- und Alarmsignal, denn die Krickente ist äusserst scheu und sucht in unsicheren Situationen sofort das Weite. Am leichtesten zu erkennen ist die Ente aufgrund ihrer Grösse. Der Erpel ist oben grau mit metallisch glänzendem grünem Augenfleck, der im Bogen zum Nacken läuft und waagrecht weissem Schulterstreif. Der Rest des Kopfes ist rostrot. Die weibliche Ente dagegen ist braun und gelblich gefleckt. Die Krickente wird nur zwischen 34 und 38 cm gross und wiegt auch nicht mehr als 250-400 Gramm. Sie ernährt sich von Insekten und Samen. Anzutreffen ist sie lediglich am Urnersee und in den einfliessenden Kanälen sowie im Reussdelta. Die Krickente ist ein regelmässiger Durchzügler und häufiger Wintergast.
Text: Marius Gisler, Altdorf (www.urikon.ch); Literatur: www.vogelwarte.ch; www.wikipedia.de; www.fauna-uri.ch (2020).

        

Schnatterente



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas strepera Linnaeus
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Merkmale: Erpel und Ente sind beide graubraun; weisse Flügelspiegel.
Standorte, Zugverhalten: häufiger Durchzügler und Wintergast aus dem Norden.
Jagd: geschützt
     

        

Kanadagans



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Branta canadensis
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Merkmale: schwarzer Kopf und Hals mit weissem Kinnband
Standorte, Zugverhalten: Durchzüger, Wintergast.
Jagd:
     
Die Kanadagans gilt als die weltweit am häufigsten vorkommende Gans. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet ist Nordamerika. Kanadagänse wurden bereits im 17. Jahrhundert nach England eingeführt. Erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts begann sie sich in Europa weiträumig auszubreiten. Dazu haben entflohene Gänse aus der Ziergeflügelhaltung ebenso beigetragen wie gezielte Auswilderungen. Die Kanadagans wird etwas grösser als die Graugans und ist damit die grösste Gänseart, die in Europa in freier Wildbahn lebt (Körperlänge 90-100 cm; Flügelspannweite 160-175 cm). Charakteristische Merkmale der Kanadagans sind der schwarze Kopf und Hals und das ausgedehnte weisse Kinnband, das sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt. Füsse und Schnabel sind ebenfalls schwarz. Die Iris ist dunkelbraun. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt.
Die Färbung der Körperoberseite variiert zwischen Grau- und Rotbraun.
Kanadagänse benötigen Reviere, zu denen Gewässer von mittlerer bis grosser Grösse gehören. Diese haben eine Gewässertiefe von mindestens einem Meter und weisen idealerweise auch Inseln auf. Voraussetzung für die Etablierung eines Brutreviers ist ein unmittelbar an das Gewässer angrenzendes Gebiet, auf dem die Gänse weiden können, sowie ein weitgehend ungestörtes Areal, auf dem die Nester gebaut werden können. Kanadagänse legen ihre Nester auf festem Grund an und bevorzugen Stellen, von denen aus der brütende Vogel das angrenzende Gebiet gut beobachten kann.
Kanadagänse leben im Sommer überwiegend von Gräsern, Sumpf- und Wasserpflanzen. Im Winter äsen sie bevorzugt am Land. Sie bevorzugen dabei Landschaftsbestandteile mit kurzen Gräsern und Kräutern, die ihnen ein weites Sichtfeld geben.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki (2019).
Foto: Kanadagans im Reussdelta (Rolf Gisler-Jauch, 2008).

        

Graugans



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anser anser

Merkmale: Kopf und Hals bränlich grau; Mantel und Schultern dunkel graubraun mit weissen Federrändern; Schnabel rosaorange, Füsse fleischfarbig. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.
Standorte, Zugverhalten: Durchzüger (im April auf Wiese im Reussdelta anzutreffen); verbringen den Winter im Mittelmeerraum
Jagd:
     
Die Graugans ist die grösste europäische Gänseart. Ausschliesslich pflanzliche Nahrung im und am Wasser sowie Jungtriebe von Gräsern auf Wiesen.
Nasal klingende Laute ähnlich der Hausgans.
Vorkommen: Nordaueropa, östliches Mitteleuropa;
Die Graugans bildet die Stammform zahlreicher Rassen der Hausgänse.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; Balzari / Gygax, Vogelarten der Schweiz, S. 24;
Foto: Graugänse im Reussdelta (Rolf Gisler-Jauch, April 2021).

        

Höckerschwan



Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Cygnus olor

Merkmale: weiss, mit orangefarbenem Schnabel, Hals S-förmig.
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: geschützt
     
Der Höckerschwan, oder einfach Schwan wie er meist genannt wird, ist eine Vogelart innerhalb der Entenvögel (Anatidae). Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 160 cm und eine Spannweite von 240 cm. Ausgewachsene Männchen wiegen in der Regel zwischen 10 und 12 kg.
Höckerschwäne sind mit ihrem weissen Gefieder und orangefarbenen Schnabel auf schwarzem Schnabelgrund unverkennbar. Ein weiteres Merkmal ist der sogenannte Höcker über seinem Schnabel, der auch Ursache für seinen Namen ist. Zudem ist sein Hals S-förmig, wodurch man ihn vom Singschwan mit geradem Hals unterscheiden kann.
Die Pflanzenfresser führen eine Dauerehe und leben bei Seen und Fliessgewässer. Das Männchen begibt sich jeweils auf die Suche nach einem geeigneten Brutplatz und beginnt mit dem Nestbau. Gibt es keine Störungen, so wird das Nest teilweise über mehrere Jahre genutzt. Während der Brutzeit, die Mitte März beginnt und bis Ende Juni dauern kann, legt das Weibchen 5-8 Eier. Diese werden anfänglich vom Weibchen, wie auch vom Männchen ausgebrütet. Später kümmert sich dann nur noch das Weibchen um das Ausbrüten der Eier. Die Brutdauer dauert in der Regel 34-38 Tage und die anschliessende Nestlingsdauer 120-150 Tage.

Quellen, Literatur: https://www.vogelwarte.ch; https://de.wikipedia.org/wiki (2019).
Foto: Höckerschwan im Flüeler Hafenbecken (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

        

WEITERE ENTENVÖGEL

Bergente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Aythya marila
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Blässgans
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anser albifrons
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Brandgans
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Tadorna tadorna
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Eiderente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Somateria mollissima
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
-------------------------
Eisente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Clangula hyemalis
Merkmale: verlängerte Steuerfedern; mehrere Federkleider (M); schwarzweisses Prachtkleid und bräunliches Schlichtkleid
Standorte, Zugverhalten: seltener Durchzügler und Wintergast
Jagd: geschützt
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Knäkente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas querquedula Linnaeus
Merkmale: braune Brust, graue Flanken, auffallender weisser Streif über den Augen (M); braun gesprenkelt (W); Name wegen seiner Balzrufe
Standorte, Zugverhalten: Winterquartier in Afrika
Jagd: geschützt
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Löffelente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas clypeata
Merkmale: grosser, löffelförmiger Schnabel; hellblauer Fleck am Vorderflügel; Kopf dunkelgrün (M); Brust weiss , Flanken kastanienbraun;
Standorte, Zugverhalten: regelmässiger, spärlicher Durchzügler und Wintergast
Jagd: geschützt
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Mandarinente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Aix galericulata
Merkmale: auffällige orangen Schmuckfedern; breiter weisser Augenstreif (M); graubraun, mit weissem Augenring und feinem, nach hinten gezogenem Augenstreif.
Standorte, Zugverhalten: spärlicher, eingeführter Jahresvogel, in Uri selten
Jagd: geschützt
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Mittelsäger
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Mergus serrator
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Moorente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Aythya nyroca
Merkmale: leuchtend kastanienbraunes Federkleid mit weissen Augen (M); blasser gefärbt, braune Augen (W)
Standorte, Zugverhalten: selten, Winterquartier
Jagd: geschützt
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Nilgans
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Alopochen aegyptiacus
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Pfeifente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas penelope
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Rostgans
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Tadorna ferruginea
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Saatgans
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anser fabalis
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Samtente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Melanitta fusca
Merkmale: Meerente; schwarz, unter dem Auge ein weissen Fleck, Füsse rot (M); braun gefiedert, zwischen Augen und Schnabel weisser Fleck (W); beide am Flügelrand einen weissen Spiegel
Standorte, Zugverhalten: seltener Durchzügler und Wintergast
Jagd: geschützt
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Singschwan
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Cygnus cygnus
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Spiessente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Anas acuta
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Tafelente
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Aythya ferina
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Teich-Uferrüssler
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Bagous lutulentus
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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Zwergsäger
Familie: Entenvögel
Lateinischer Name: Mergellus albellus
Merkmale:
Standorte, Zugverhalten:
Jagd:
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WEITERES ZU ENTENVÖGELN

Die Ente auf der Strasse und in der Zeitung



Man sieht ihn zwar nur mehr selten auf den Urner Strassen – den Citroën 2CV, besser bekannt unter dem Namen «Döschwo» («Deux Chevaux»). Vor allem in Deutschland und Österreich wird das zwischen 1949 und 1990 hergestellte Liebhaber- und Kult-Auto auch «Ente» genannt.
Eine «Ente» in der Zeitung bezeichnet sowohl einen Irrtum in einem Zeitungsbericht, als auch bewusste Falschmeldungen. Der Ausdruck kommt wohl aus dem Französischen, wo «Enten geben» für «lügen» steht.

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Gummi-Ente



Die Gummiente war ursprünglich als Spielzeug in der Badewanne gedacht. Der gelbe Urtyp mit orangem Schnabel gibt es in Tausenden von Varianten, vom Maskottchen eines Fussballvereins über Bäcker-Enten bis hin zum Enten-Teufelchen. Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums des Wasserball-Clubs Uri fand 2009 auf dem Altdorfer Dorfbach ein Entenschwimmen statt. Die Fasnachtsgruppe «Alles:13» wählte das Ereignis zu ihrem Sujet, so kam die Ente 2010 auch an die Urner Fasnacht.

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Schwanengesang - Entenvögel in Wirtshausschildern
(Angaben folgen)
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SAGEN- UND MÄRCHENHAFTES ZU ENTENVÖGELN

Weder Enten, Gänse noch Schwäne haben einen Auftritt in der Urner Sage.

KRANKHEITEN VON ENTENVÖGELN

Vogelgrippe

EREIGNISSE MIT ENTENVÖGELN

2006  / Samstag, 4. März 2006
Vogelgrippe: Urner essen kaum weniger Poulet
Im Kanton Uri ist bisher kein merklicher Produktionsrückgang festzustellen. Die Schweiz hat ihren ersten gefährlichen Vogelgrippefall. Bei einem tot in Genf aufgefundenen Gänsesäger wurde der Virus H5N1 festgestellt.
UW 16, 4.3.2006
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2017  / Mittwoch, 5. Juli 2017
Der Regierungsrat will die Schwanenpopulation im Reussdelta einschränken



Die Population der Höckerschwäne entlang des Ufers des Urnersees, insbesondere im Gebiet des Reussdeltas, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Amt für Forst und Jagd schätzt den Bestand auf etwa 20 erwachsene Tiere. Deshalb hat Christian Arnold (SVP, Seedorf) eine Interpellation «zur Regulierung des Höckerschwans» eingereicht und auf zunehmende Probleme mit den Tieren hingewiesen. Diese würden Weiden und Wiesen verkoten und das Futter damit unbrauchbar und für das Vieh gar gesundheitsschädigend machen. Den Landwirten werden Schäden durch Schwäne nicht vergütet, da diese keine jagdbare Arten sind. Der Regierungsrat sieht die Lösung nicht in der Vergütung von Schäden, sondern in der Reduzierung der Bestände auf ein tolerierbares Mass. Mit der Revision des Jagdgesetzes auf Bundesebene dürfte der Höckerschwan auf die Liste der regulierbaren Arten gesetzt werden. Unabhängig davon will die Regierung bereits erste Massnahmen treffen. So soll im kommenden Frühling während der Vegetationsphase eine genauere Schadenerhebung durchgeführt werden. Geprüft werden sollen ausserdem Präventionsmassnahmen wie die zeitliche Einschränkung der Fütterung, was zu einer erhöhten natürlichen Wintersterblichkeit führen soll.

UW 53, 5.7.2017, S. 3.
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VOGELCLANS

Übersicht

Greifvögel und Eulen
Greifvögel
Uhu, Eule, Kauz & Co.

Hühnervögel
Glatt- und Raufüsser

Wasservögel
Entenvögel
Möwen
Schnepfen
Pfeiffer, Taucher, Rallen
Reiher
Weitere Wasservögel

Singvögel
Amsel, Drossel & Lerche
Finken & Ammern
Grasmücken und Rohrsänger
Läufer & Kleiber
Meisen
Pieper & Stelzen
Rabenvögel
Schnäpper & Würger
Schwalben
Sperlinge und Braunellen
Der Star und der singende Rest

Weitere Vögel
Spechte
Tauben
Weitere Vögel

SESSHAFTE UND WANDERVÖGEL

Sesshafte Vögel
Zugvögel (Sommer in Uri)
Zugvögel (Winter in Uri)
Durchreisende Vögel
       
Jagdbare Vögel
Schräge Vögel

NUTZTIERE

Hausente & Hausgans

VÖGEL IN URI

Vögel, die gemäss Liste von www.fauna-uri.ch in Uri nachgewiesen werden konnten.

VOGELINFORMATIONEN

Auf der Webseite der Vogelwarte Sempach finden sich alle Angaben zu den einzelnen Vögeln.
> www.vogelwarte.ch

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 09.01.2020