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Uri

Tauben - einst gurrende Briefträger

Die Tauben (Columbidae) bilden die einzige Familie der Ordnung der Taubenvögel. Die männliche Taube ist der Täuberich. Die Tauben haben einen kräftigem Rumpf und einen relativ kleinem Kopf, der beim Laufen in charakteristischer Weise vor und zurück bewegt wird. Bei den fünf Arten, die in Uri vorkommen, ist das Gefieder grau, graublau oder braun gefärbt. Beide Geschlechter sehen gleich aus.
Tauben ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung, die von den meisten Arten unzerteilt verschluckt wird. Im Gegensatz zu den meisten Vögeln heben Tauben den Kopf beim Trinken nicht an, sondern sie saugen das Wasser auf. Zu den Besonderheiten der Taubenvögel zählt die Bildung der sogenannten Kropfmilch, mit der die Jungvögel ernährt werden.
Die Tauben sind in der ganzen Schweiz geschützt, einzig jagdbar sind verwilderte Haustauben.
Die Taube spielt in der biblischen Sintflut-Erzählung die Rolle des frohen Botschafters: Eine von Noah ausgelassene Taube kehrt mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zur Arche zurück (Gen 8,11 EU). Die Rückkehr wird daher als Zeichen des Friedensschlusses verstanden. Die Taube wurde deshalb als Symbol des Friedens angesehen.
In der Urner Sage können Taube und Lamm als die beiden einzigen Tiere nicht von bösen Geistern befallen werden.
Literatur: www.wikipedia.ch, www.vogelwarte.ch (2020).

Haustaube



Familie: Tauben
Lateinischer Name: ---
anderer Name: Stadttaube, Strassentaube
Urner Dialekt: Tüübä

Merkmale: Gefieder variiert zwischen blaugrau, zimtgrau, weiss, schwarz oder Kombinationen daraus; am Hals grün und violett schillernd; beide Geschlechter gleich.
Standorte, Zugverhalten: verbreiteter, eingeführter Jahresvogel; vor allem in Altdorf (früher häufiger)
Jagd: Auf verwilderte Haustauben ist die Jagd erlaubt ( Jagdverordnung KJSV) 7.2b
     
Strassentauben gehören ins Bild von Altdorf, sind jedoch nicht eine Touristenattraktion wie auf dem Markusplatz in Venedig. Die Stammform der Strassentaube ist die Felsentaube (weisser Bürzel). Sie hat sich vollkommen an den Lebensraum in Dorf und Stadt angepasst. Wegen des üppigen Nahrungsangebots und mangels natürlicher Feinde führen die grossen Taubenschwärme vielerorts zu Problemen.
Foto: Taube im Altdorfer Dorfkern (Rolf Gisler-Jauch, 2016).

                 

Türkentaube



Familie: Tauben
Lateinischer Name: Streptopelia decaocto
Urner Dialekt: Türggätübä
Merkmale: hell-beigebraunes Fell; schwarzer Nackenstreifen
Standorte, Zugverhalten: Standvogel
Jagd: Geschützt; seit 2001 nicht mehr jagdbar (Änderung Jagdverordnung 2000, Abl UR 2000/1430).
     
Die Türkentaube ist in der Regel bis zu 33 cm lang und erreicht somit ungefähr die gleiche Grösse wie die Stadttaube. Allerdings ist sie leichter und langschwänziger. Ihre Flügelspannweite kann bis zu 55 cm erreichen und sie wird zwischen 150 und 200 g schwer.
Das Gefieder der Türkentaube ist einheitlich hell-beigebraun gefärbt, lediglich die Flügelspitzen sind etwas dunkler, während der Kopf und die Unterseite etwas heller sind. Ihr rötliches Auge besitzt einen schmalen weissen Augenring. Auffallend ist der schwarze Nackenstreifen, der mit einem schmalen weissen Streifen umrahmt ist. Zwischen den Geschlechtern sind keine auffälligen Unterschiede auszumachen.
Die Kulturfolger stammen ursprünglich aus Asien, dehnten sich jedoch aufgrund eines guten Nahrungsangebots, durch Landwirtschafts- und Hausabfälle, über ganz Europa aus. Mittlerweile sind sie etablierte Standvögel und leben in Parks und Gärten. Einziges Kriterium ist das Vorkommen von einigen Nadelbäumen, da sie vorzugsweise in solchen brüten. Zu ihrer Nahrung gehören Samen, Getreide und Früchte.
In ihrem relativ spärlichen Nest, welches sich meist hoch oben in Bäumen befindet, werden zu der Brutzeit 1 – 2 Eier ausgebrütet. Nach ungefähr 14 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Da die Eltern eine hohe Verlustrate der Jungen haben, brüten Türkentauben oft mehrmals hintereinander.

Autor: Raphael Gisler, Altdorf; Quellen, Literatur: www.vogelwarte.ch (2019); https://de.wikipedia.org/wiki/Türkentaube (2019); www.naturregion.ch (2019): Foto: Türkentaube im Huon, Rolf Gisler-Jauch, Altdorf (2018).

                 

Ringeltaube



Familie: Tauben
Lateinischer Name: Columba palumbus
anderer Name: ---
Urner Dialekt: Tüübä

Merkmale: Rücken und Flügel graubraun mit breitem weissem Querband; Kopf, Hals und Schwanz grau; am Hals mit weissem Fleck; dunkle Endbinde am Schwanz; beide Geschlechter gleich.
Standorte, Zugverhalten: in Uri selten
Jagd: Jagd: seit 1994 nicht mehr jagdbar (Änderung Jagdverordnung 1993, Abl UR 1993/1643).
     
Die Ringeltaube ist die grösste und häufigste in der Schweiz vorkommende Taubenart. Sie wirkt eher plump. Auf ihrem Zug (oft in grossen Verbänden) meiden die Vögel die Alpen, sondern fliegen deshalb vorwiegend dem Jura entlang und durchs Mittelland.
Foto: Ringeltaube in Altdorf (Rolf Gisler-Jauch, 2020).

                 

WEITERE TAUBEN

Hohltaube
Familie: Tauben
Lateinischer Name: Columba oenas
Merkmale: Länge bis 32 cm; Spannweite bis 66 cm; grau, grün und weinrot schimmernder Halsfleck. Die Hohltaube bekam ihren Namen, da sie in Baumhöhlen in Wäldern und Feldgehölzen, brütet.
Standorte, Zugverhalten: Hohltauben sind Zugvögel und ziehen im Winter nach West- und Südeuropa. Auf ihrer Reise vom oder zum Mittelland machen sie vereinzelt in Uri Zwischenhalt.
Jagd: geschützt
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Turteltaube
Familie: Tauben
Lateinischer Name: Streptopelia turtur
Merkmale: Oberseite rostbraun und schwarz; rötlich getönte Brust; schwarzweiss geschupptes Feld am Hals; langer Schwanz mit weisser Endbinde; roter Lidring; beide Geschlechter sind gleich.
Standorte, Zugverhalten: In Uri spärlicher Gast, Durchzügler
Jagd:
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SAGEN- UND MÄRCHENHAFTES ZU TAUBEN

Der Geist, das Ungeheuer (Tier)
Wurde ein Frevel getan, konnte ein Ungeheuer auftreten. Die Sage will dies oft nicht näher umschreiben oder die vage Beschreibung bietet dem Vorstellungsvermögen freien Lauf. Der Geist tritt dann in der Tierform auf, hat jedoch etwas Besonderes an sich wie der Glasscheiben-Hund. Die Ungeheuer erhalten vom Volk oft auch einen Namen, wie das «Greiss» auf Surenen oder der «Elbst» im Seelisbergersee. Der Geist muss nicht immer böse sein, doch immerhin etwas «ungeheuer». Unheimlich konnte auch der Fuchs sein - nicht zuletzt wegen der roten Farbe seines Fells. Glaubt der Jäger einen «Rotreckler» erlegt, blieb ihm nur ein Rocksaum oder ein roten Haarzopf. Im Fuchs steckte auch oft eine Hexe.

Das Ungeheuer erschien in der Urner Sage jedoch niemals in der Gestalt eines Schafes (Agnus Dei) oder einer Taube (Friedenstaube).

Quellen: Müller Josef, Sagen aus Uri.

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TAUBEN UND TÄUBERICHE IN DEN SCHLAGZEILEN

1903  / Sonntag, 1. März 1903
Brieftauben alarmieren Rettungskolonne
Bei einer Patrouillenübung im März durch das Unteralptal über den Maigelspass und die Oberalp nach Andermatt herrscht leicht nebliges Föhnwetter. Es werden 10 Brieftauben mitgenommen. Bei der Abfahrt fährt der Spitzenmann der Patrouille, Feldweibel Furrer, wegen der schlechten Beleuchtung zu viel nach links hinaus und gerät in einen steilen Talhang am Fusse des Lohlenpasses. Dabei löst sich ein Schneebrett. Zehn Mann beginnen mit ihren Stöcken nach dem Verschütteten zu suchen. Durch drei Brieftauben wird an den Platzarzt von Andermatt die Unglücksmeldung abgesetzt. Zwei gute Fahrer begeben sich mit der gleichen Meldung nach Andermatt. Nach 50 Minuten wird der Verschüttete geortet und mit Händen und Ski gelocht. In 1,20 m Tiefe kann der Kopf von Furrer blossgelegt werden. Ein guter Schluck Cognac wird ihm sofort verabreicht und weiter ggeht das Graben. Furrer kann lebend gerettet werden. Die rechte Schulter ist ausgerenkt und ein Fuss verstaucht. Er wird in Decken und in entbehrliche Kleidungsstücke gebettet. Vier Mann blieben bei ihm. Von den übrigen wird die Patrouillenübung über den Maigelspass-Obera]p-Andermatt vollständig durchgeführt. Der Platzarzt mit der Rettungsmannschaft ist bereits am Eingang des Unteralptales unterwegs, als die zwei Meldefahrer ihm begegnen. Den besten Dienst haben die Brieftauben geleistet.
Koenig Hans, Die Anfänge des Militärskifahrens in der Schweiz, S. 196 f.
     

 
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VÖGEL IN URI

Vögel, die gemäss Liste von www.fauna-uri.ch in Uri nachgewiesen werden konnten.

VOGELINFORMATIONEN

Auf der Webseite der Vogelwarte Sempach finden sich alle Angaben zu den einzelnen Vögeln.
> www.vogelwarte.ch

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 05.08.2020