Die kurze Zeit des Biomassekraftwerks
Biomasse als Bioenergie
Der Begriff Biomasse umfasst sämtliches organisches Material pflanzlicher oder tierischer Herkunft, das energetisch genutzt werden kann. Dazu gehören Holz, Ernterückstände, Gülle, Mist, Klärschlamm, Grünabfälle und Speisereste. Beim Altdorfer Kraftwerk bestand die Biomasse hauptsächlich aus Grüngut und Speiseresten.
Bei der Einordnung muss zwischen Energiequelle und Energieträger unterschieden werden.
Die ursprüngliche Energiequelle ist die Sonne. Pflanzen speichern durch die Fotosynthese einen Teil der Sonnenstrahlung als chemische Energie.
Die daraus entstandene Biomasse ist ein biogener, erneuerbarer Primärenergieträger. In ihr ist die Sonnenenergie chemisch gespeichert.
Das durch die Vergärung erzeugte Biogas ist ein Sekundärenergieträger. Es wird aus Biomasse gewonnen und kann gespeichert, transportiert und verbrannt werden.
Strom und Wärme sind die daraus hervorgehenden Nutz- beziehungsweise Endenergieformen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Biomasse dennoch häufig als «erneuerbare Energiequelle» bezeichnet. Naturwissenschaftlich genauer ist die Bezeichnung erneuerbarer Energieträger biologischen Ursprungs, dessen ursprüngliche Energiequelle die Sonne ist.
Biomasse besitzt gegenüber Wind- und Sonnenenergie den Vorteil, dass sie speicherbar und weitgehend unabhängig vom Wetter genutzt werden kann. Besonders sinnvoll ist ihre Verwendung, wenn ohnehin anfallende Reststoffe und Abfälle verwertet und sowohl Strom als auch Wärme genutzt werden. Ihre Menge ist jedoch begrenzt, und Transport, Gerüche, Schadstoffemissionen sowie die unvollständige Nutzung der Abwärme können die Umweltbilanz verschlechtern. Auch die Bezeichnung «CO₂-neutral» gilt nur eingeschränkt: Bei der Nutzung wird zwar hauptsächlich jenes Kohlendioxid freigesetzt, das die Pflanzen zuvor aufgenommen haben; Sammlung, Transport und Verarbeitung verursachen jedoch zusätzliche Emissionen.
Literatur. www.urikon.ch (unterstützt durch ChatGPT).
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Das ehemalige Biomasse-Kraftwerk Altdorf
Altdorf
Zeit: 2009 - 2012 (durch Feuer zerstört)
Besitz: Green Power Uri
Das Biomassekraftwerk in Altdorf war ein kurzes Kapitel der jüngeren Urner Energiegeschichte. Während im Kanton traditionell die Wasserkraft vorherrschte, sollte die Anlage erstmals auch organische Abfälle systematisch zur Erzeugung von Strom, Wärme und Dünger nutzen. Gleichzeitig bot sie eine regionale Lösung für die Verwertung von Grüngut und Speiseresten.
Das Biomassenkraftwerk wurde auf dem Areal bei der Abwasserreinigungsanlage im Altdorfer Eyschachen errichtet und nahm 2009 ihren Betrieb auf. Sie war nach dem sogenannten Kompogas-Verfahren konzipiert und verfügte über eine Verarbeitungskapazität von rund 5’000 Tonnen organischem Material pro Jahr.
Im Biomassekraftwerk verwertet wurden insbesondere Grüngut aus Haushalten und der Landschaftspflege, Rasenschnitt sowie Speisereste. In den ersten Betriebsmonaten stammten 54 Prozent des angelieferten Materials aus Uri; weitere Mengen kamen aus Nidwalden, Schwyz und vorübergehend aus dem Tessin. Die Anlage war ursprünglich für eine Betriebsdauer von mehr als zwanzig Jahren vorgesehen.

Im Biomassekraftwerk verwertet wurden insbesondere Grüngut aus Haushalten und der Landschaftspflege, Rasenschnitt sowie Speisereste. In den ersten Betriebsmonaten stammten 54 Prozent des angelieferten Materials aus Uri; weitere Mengen kamen aus Nidwalden, Schwyz und vorübergehend aus dem Tessin. Die Anlage war ursprünglich für eine Betriebsdauer von mehr als zwanzig Jahren vorgesehen.
In einem geschlossenen Fermenter wurde das zerkleinerte organische Material während ungefähr 14 Tagen bei einer Temperatur von rund 55 Grad Celsius vergoren. Unter Luftabschluss zerlegten Mikroorganismen die Biomasse und erzeugten dabei ein methanhaltiges Biogas. Dieses wurde in einem Blockheizkraftwerk verbrannt. Ein Motor trieb einen Generator an, der elektrische Energie erzeugte; gleichzeitig entstand nutzbare Wärme. Der produzierte Strom wurde in das öffentliche Netz eingespeist und reichte im Jahresmittel für ungefähr 150 Haushalte. Das nach der Vergärung verbleibende Material konnte als Kompost beziehungsweise als flüssiger Naturdünger verwendet werden. Damit verband die Anlage Abfallverwertung, Energieproduktion und die Rückführung von Nährstoffen in die Landwirtschaft.
Die Nutzung der Abwärme erwies sich allerdings als schwierig. Da besonders zwischen Frühling und Herbst viel Grüngut anfiel, entstand auch ein erheblicher Teil der Wärme im Sommer, wenn der allgemeine Heizbedarf gering war. Vorgesehen war deshalb eine Wärmelieferung an das nahe gelegene Schwimmbad Moosbad. Der Regierungsrat hielt 2009 fest, dass die anfallende Abwärme mehr als doppelt so gross sei wie die erzeugte Strommenge. Eine vollständige Wärmenutzung konnte während der kurzen Betriebsdauer jedoch offenbar nicht verwirklicht werden. Auch Geruchsimmissionen führten zeitweise zu Beschwerden aus der Nachbarschaft.
Das Urner Grüngut wurde danach weiterhin gesammelt, zur Verarbeitung jedoch in Anlagen der Nachbarkantone Nidwalden, Obwalden und Schwyz transportiert.
Literatur. www.urikon.ch (unterstützt durch ChatGPT).
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Die Betreiberin Green Power Uri
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Die Green Power Uri AG war die Trägerin des Biomassekraftwerks. Das damalige Elektrizitätswerk Altdorf (EWA, heute energieUri) hielt mit 51 Prozent die Aktienmehrheit. Die Korporation Uri beteiligte sich mit 200’000 Franken am Aktienkapital. Nach dem Brand des Biomassekraftwerks Anfang November 2012 wurde die Green Power Uri AG 2014 liquidiert.
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ENERGIE IN URI
ENERGIEQUELLEN
ENERGIETRÄGER
ENERGISCHE BEREICHE
STROMPRODUKTION
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